Kortizes: Tappen im Dunkeln des Alls Dunkle Materie und die praktischen Erkenntnis­grenzen der Astro­physik

Wann

19.11.2026    
19:30 - 21:00

Wo

Sternwarte Nürnberg
Regiomontanusweg 1, Rechenberg, Nürnberg, Bayern, 90491, Mittelfranken
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Vortrag von Konstantin Haubner

Laut dem Standardmodell der Kosmologie macht die aus dem Alltag vertraute Materie nur weniger als ein Fünftel der gesamten Materie des Universums aus. Der weitaus größere Teil der Masse wird der sogenannten Dunklen Materie zugeschriebenen, die postuliert werden muss, um beobachtete Gravitationsanomalien in der Astronomie zu erklären. Allerdings verlaufen Versuche, diese Dunkle Materie mit Teilchendetektoren direkt nachzuweisen, bereits seit etwa 40 Jahren erfolglos. Gleichzeitig hat das Konkurrenzmodell der Modifizierten Newton’schen Dynamik (MOND) beachtliche Erfolge bei der Vorhersage des Verhaltens von Galaxien vorzuweisen: Laut MOND erfordert die Erklärung der Anomalien eine Revision der bekannten Gravitationsgesetze und Dunkle Materie könnte obsolet sein. Die Frage, welches der beiden Modelle das richtige ist, ist eine der fundamentalsten der modernen Wissenschaft – und muss mithilfe astronomischer Daten entschieden werden. Doch anders als die Teilchenphysik kann die Astronomie nicht auf Experimente zurückgreifen und hat mit erheblich größeren Messunsicherheiten zu kämpfen. Oft sind widersprüchliche Erklärungen für ein und dasselbe Phänomen möglich und die empirische Evidenz zeichnet ein unklares Bild. Und so stellt sich die Frage, ob die Wissenschaft beim Versuch, zwischen Dunkler Materie und MOND zu entscheiden, nicht an die Grenzen ihrer Erkenntnismöglichkeiten stößt.

Infos: Kortizes